Junge Erwachsene wechseln häufiger die Arbeitsstelle – ein Stahlbauer erzählt, weshalb dieser Trend ihn nicht betrifft

Veröffentlicht von olitizim am

Ein Arbeitsexperte erklärt, wie das Vertrauen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer schwindet. Der Tag mit dem 29-jährigen auf der Baustelle zeigt, weshalb dies bei ihm nicht der Fall ist.

Terry Huber arbeitet seit zehn Jahren in der gleichen Firma und sieht davon ab, in naher aber auch ferner Zukunft zu wechseln. Doch was genau gefällt ihm so sehr am Beruf als Stahlbauer? Und weshalb hatte er nie das Bedürfnis, den Arbeitgeber zu wechseln? Die Antworten auf diese Fragen gibt er im Video.

Zahlen bestätigen das Bauchgefühl

Junge Personen wechseln häufiger den Beruf als ältere, wie ein Blick auf die Statistiken bestätigt. Laut Bundesamt für Statistik war rund jeder Fünfte, welcher letztes Jahr die Arbeitsstelle wechselte, zwischen 15 und 24 Jahren alt (21,6%).

Die Auswertungen zeigen zudem, dass ältere Personen deutlich weniger die Arbeitsstelle wechseln. Im Alter zwischen 40 und 54 Jahren wechselten 2021 nur halb so viele (9,2%).

Statistik: 15-24-Jährige wechseln doppelt so häufig die Stelle als 40-54-Jährige

Quelle: Bundesamt für Statistik (bfs)

Jeder fünfte Wechsel geschah innerhalb von zwölf Monaten im Unternehmen. Am häufigsten wechseln laut Bundesamt für Statistik Personen, die in einem befristeten Verhältnis arbeiten, Lernende sind davon ausgenommen. Dies zeigt, wie wichtig die Jobsicherheit für Arbeitnehmende ist.

Vertrauensbasis verschwindet

Gemäss Jan Riss, Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Mediensprecher der IHK St.Gallen-Appenzell könnte dieser Trend noch weiter gehen. Aktuell ist vor allem bei Personen zwischen 15 und 30 Jahren zu beobachten, dass sie sich vor Stellenantritt weniger Gedanken über die Zukunft in einem Unternehmen machen.

Das Vertrauen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer leide darunter. Die Unternehmen sprechen häufiger die Zukunftsvision der Bewerber an, um sich ein klareres Bild davon zu machen, wie die künftige Zusammenarbeit aussieht.

Das Beispiel von Terry Huber bestätigt diesen Sachverhalt. Wie er im Video bereits erzählt, versteht er sich gut mit seinem Vorgesetzten und er hatte früh die Möglichkeit, einen Schritt weiter zu kommen in dem er zum Chefmonteur befördert wurde. 

Die Möglichkeit, sich Weiterentwickeln zu können, ist für Arbeitnehmende ein essenzieller Bestandteil bei der Stellensuche. Laut einer Umfrage der deutschen Jobplattform StepStone.de zählt genau dieser Punkt zu den Top fünf Gründen, welche einen guten Arbeitgeber auszeichnen.

 

Wertvorstellungen junger Generationen

Während für jüngere Generation die sinnvolle Aufgaben enorm wichtig sind, ist es bei älteren Personen vor allem die finanzielle Sicherheit. Der Lohn ist zwar auch für junge Erwachsene wichtig, dennoch hat die Weiterentwicklungsmöglichkeit höhere Priorität.

Wenn wir nun auf das Beispiel von Terry Huber zurück kommen, wird daher verständlich, weshalb für ihn ein Stellenwechsel auch in nächster Zeit nicht in Frage kommt. 

Er ist zufrieden mit Lohn, Team und mit der Arbeit und muss sich keine Sorgen um die Jobsicherheit machen. Auch stehen Weiterbildungen zur Sprache – wohin ihn diese führen werden, steht jedoch aktuell noch in den Sternen. 

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